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Von wegen asozial: Tablet-Spiele für mehrere Personen

Von wegen asozial: Tablet-Spiele für mehrere Personen

Computerspiele haben nicht unbedingt den Ruf, die soziale Kompetenz zu fördern. Der prototypische Computerspieler ist vielmehr kommunikationsunfähig und beziehungsgestört. Viele Eltern fürchten deshalb instinktiv um die Persönlichkeitsentwicklung ihrer Kinder, wenn sich diese allein mit einem Tablet vergnügen. «Wollen wir nicht lieber etwas gemeinsam spielen?» lautet die wohlmeinende Standardfrage – und natürlich ist dann kein Computerspiel gemeint, sondern ein Gesellschaftsspiel, Lego oder Fussball. Doch es gibt auch Möglichkeiten, um die kindliche Begeisterung für Bildschirme mit sozialer Interaktion zu verbinden.

Nehmen wir Tiny Wings als Beispiel: Dieses Game kann man selbstverständlich allein oder gegen den Computer spielen. Es bietet aber auch einen Splitscreen-Modus, bei dem sich zwei Spieler ein Tablet teilen und gegeneinander antreten. So fliegen dann in der «Hügel-Party» zwei Vögel um die Wette. Und bei grossen Leistungsunterschieden (z.B. bei Kindern unterschiedlichen Alters) kann man einen Timer zuschalten, der dem stärkeren Spieler ein Handicap auferlegt. Natürlich spielen die Kinder so weiterhin ein Computerspiel – aber wo genau liegt denn der prinzipielle Unterschied zu einem Brettspiel wie Eile-mit-Weile? Man sollte sich davor hüten, analoge Spiele generell als sozial und digitale Spiele generell als asozial zu qualifizieren.

Oder nehmen wir Ice Rage: Das niedliche Eishockey-Spiel kann man nicht nur gegen einen virtuellen, sondern auch gegen einen menschlichen Gegner spielen, wie dieses Video zeigt. Natürlich findet das Spiel weiterhin auf einem Tablet-Computer statt. Aber es fällt trotzdem schwer zu begründen, warum Ice Rage pädagogisch weniger wertvoll sein soll als Tipp-Kick, das heutige Väter und Grossväter in ihrer Jugend wohl nicht weniger exzessiv gespielt haben.

Ein schönes Beispiel ist auch Fingle: Hier ist die Interaktion zwischen den Spielern nicht nur ein angenehmer Nebeneffekt, sondern ein zentrales Element des Spielkonzepts. Und allein ist Fingle weder lustig noch wirklich spielbar. Die Aufgabe besteht darin, auf einer gemeinsamen Spielfläche bestimmte Element auf andere Elemente zu verschieben. Dabei kommt man sich zwangsläufig in die Quere und muss gemeinsam eine Lösung finden, denn man spielt nicht gegen-, sondern miteinander – ein zusätzlicher Vorteil dieses Spiels, denn es gibt keine Verlierer. (Für Teenager ist Fingle übrigens auch ein netter Vorwand, um dem anderen Geschlecht etwas näher zu kommen. Das mag dann für gewisse Eltern fast wieder etwas zu viel der sozialen Interaktion sein. Aber das ist ein anderes Thema…)

Zwei Spieler sind übrigens nicht einmal die Obergrenze: Es gibt sogar Spiele, welche bis zu vier Kinder auf einem einzigen Tablet zusammen spielen können. Slingshot Racing ist ein populärer Vertreter dieser Kategorie: Das Schlittenrennen mit der innovativen Steuerung (vgl. Video-Trailer) macht zwar auch im Single-Player-Modus viel Spass, aber es verliert kein bisschen an Reiz, wenn man es zu zweit, zu dritt oder gar zu viert spielt. Das bietet nicht nur die Möglichkeit, dass mehrere Kinder zusammen spielen – es ist auch eine Gelegenheit, dass Eltern gemeinsam mit ihren Kindern spielen. Auf diese Weise können sie selbst herausfinden, wieviel soziale Interaktion auch dann noch stattfindet, wenn ein Bildschirm im Spiel ist.

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