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Schaden Smartphones und Tablets der Gesundheit?

Schaden Smartphones und Tablets der Gesundheit?

Mobile-Geräte sind eine neuere Erscheinung. Die Forschung über mögliche Folgen für die Gesundheit steckt noch in den Anfängen. Der folgende Ratgeber basiert auf den jüngsten Erkenntnissen.

Es lassen sich heute grob drei Bereiche unterscheiden, in denen Auswirkungen der häufigen Nutzung von Geräten mit Touchscreens feststellbar sind:

1. Kognitive Entwicklung von Babys und ganz kleinen Kindern

 

Ein Baby spielt mit einem Tablet. (Photo: iStock)

Ein Baby spielt mit einem Tablet. (Photo: iStock)

 

Es hat sich gezeigt, dass Eltern heute immer öfter Smartphones und Tablets nutzen, um ihre kleinen Kinder abzulenken, damit sie selbst einer anderen Tätigkeit in Ruhe nachgehen können.

Untersuchungen des Boston University Medical Center haben ergeben, dass Babys und Kinder bis zum Alter von zwei Jahren für eine gute kognitive Entwicklung auf unstrukturiertes Spielen und die taktile Erfahrung ihrer gesamten Umwelt angewiesen sind. Nur so entfalte sich ihre mathematisch-räumliche Wahrnehmung optimal. Tablets und Smartphones könnten diese Entwicklung hemmen.

Die Forscher haben aber nicht nur negative Folgen von Tablets und Smartphone auf Kleinkinder festgestellt. Bei Kindern kurz vor dem Kindergartenalter können Lernspiele auf diesen Geräten durchaus entwicklungsfördernd sein, vor allem im sprachlichen Bereich.

Neben den möglichen negativen Auswirkungen auf die kognitive Entwicklung könnte sich der übermässige Einsatz dieser Geräte zur Ruhigstellung der Kinder zudem auf ihre Fähigkeit, interne Mechanismen zur Selbst-Regulation zu entwickeln, auswirken, da sie sich viel weniger mit sich selbst beschäftigen müssten.

Was tun?

  • Kinder unter zwei Jahren müssen ihre Umwelt im eigentlichen Sinne «begreifen» und lernen entscheidende Fertigkeiten durch die Interaktion mit ihren Eltern und anderen Kindern. Die Auseinandersetzung mit der Welt um sie herum ist für ihre motorische Entwicklung in diesem Alter extrem wichtig.
  • Mobile Geräte sind daher im Grunde nichts für Kinder unter zwei Jahren. Wenn überhaupt, dann sollten kleine Kinder nicht allzu lange alleine mit solchen Gadgets spielen. Und: Eltern sollten nicht nur alle Apps vorher selbst testen, sondern versuchen gemeinsam mit ihren Kindern zu spielen.

2. Schlafstörungen bei Teenagern – aber nicht nur

 

Blaues Licht am Abend gilt es zu vermeiden: Ein Teenager mit Tablet. (Photo: iStock)

Blaues Licht am Abend gilt es zu vermeiden: Ein Teenager mit Tablet. (Photo: iStock)

Das blaue Licht, das die kleinen Bildschirme ausstrahlen, gehört grundsätzlich zum natürlichen Lichtspektrum – nur nicht vor dem Schlafengehen. Das Licht der Displays stört gemäss einer Untersuchung des National Academy of Sciences in den USA die abendliche Produktion des Hormons Melatonin im Gehirn. Melatonin hilft, den Schlaf-Zyklus zu regulieren. Blaues Licht vor dem Schlafengehen signalisiert dem Gehirn im Grunde, dass es Morgen ist.

So haben Tablet-User gemäss der der Studie mehr Mühe einzuschlafen und verbringen weniger Zeit in der erholsamen REM-Schlafphase. Die Folge: Müdigkeit und Konzentrationsprobleme am nächsten Tag. Dieses Phänomen sei gerade bei Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren häufig, da diese heute sehr oft elektronische Geräte in ihrem Schlafzimmer hätten und diese in der Regel auch nachts benützten.

Was tun?

  • Grundsätzlich ist es empfehlenswert, eine Stunde vor dem Schlafengehen nicht mehr auf LED-Bildschirme zu starren. Im Bett sollte man ganz auf Tablets und Smartphones verzichten.
  • Falls das nicht möglich sein sollte, gibt es als Alternative heute Apps, die das blaue Licht der Displays herausfiltern.
  • Manche Experten empfehlen auch Brillen mit getönten Scheiben, die extra für Computernutzer entwickelt wurden.

3. Körperliche Auswirkungen auf alle Nutzer von Touchscreens

 

Touchscreens verführen zu einer ungesunden Haltung: Zwei Knaben an Mobilegeräten. (Photo: iStock)

Touchscreens verführen zu einer ungesunden Haltung: Zwei Knaben an Mobilegeräten. (Photo: iStock)

 

Sich längere Zeit mit relativ kleinen Geräten zu beschäftigen kann zu chronischen Schmerzen führen. Wiederholt die gleichen kleinen Bewegungen auszuführen, kann Gelenke, Muskeln, Sehnen und Nerven überbelasten und sehr schmerzhaft sein. Eine unnatürliche, verkrampfte Körperhaltung kann zudem zu Taubheitsgefühlen in den Händen führen.

Daneben ist die Belastung für die Augen nicht zu unterschätzen. War früher die ungenügende Auflösung schlecht für die Augen, können die hochaufgelösten Bilder der neueren Geräte für die Augen genau so anstrengend sein, da sie zum Lesen kleinerer Schriften verführen. Hinzu kommt die ständige Veränderung des Umgebungslichts, da Mobile-Geräte an den unterschiedlichsten Orten genutzt werden und sich die Augen konstant auf Spiegelungen und veränderte Lichtverhältnisse einstellen müssen.

Was tun?

  • Bildschirme sollten vorzugsweise horizontal gehalten werden. Dadurch erweitert sich zum einen der Text-Auschnitt, zum anderen verkrampfen die Hände weniger schnell.
  • Beim Lesen ist es zudem wichtig, dass man den ganzen Bildschirm gut überschauen kann und darauf blicken kann, ohne die Augen verdrehen zu müssen – also dass man in einem mehr oder weniger senkrechten Winkel auf den Bildschirm schaut.
  • Um Nacken und Wirbelsäule zu entlasten, ist eine richtige Haltung bei der Nutzung von Tablets und Smartphones genauso wichtig, wie bei einem Desktop-Computer. Eine Position, bei der der Nacken überdehnt wird, ist zu vermeiden. Man darf den Kopf weder zu weit nach vorne noch zu weit nach hinten beugen.
  • Beim Tippen ist ein flacher Winkel von ca. 30 Grad von der Tischoberfläche aus zu empfehlen.
  • Beim Tippen auf Touchscreens wird in der Regel auch viel mehr Kraft aufgewendet als bei einer Tastatur, da man keinen Widerstand beim Drücken spürt. Das lässt sich durch das Einschalten der Tastaturtöne etwas verbessern. Grundsätzlich sollte man sich eine externe Tastatur beschaffen, falls man regelmässig und viel tippt.
  • Immer auf eine entspannte Haltung achten
  • Viele Pausen einlegen.

Fazit

Mobile Geräte sind gerade für Kinder und Jugendliche unheimlich faszinierend und können zu übermässigem Gebrauch verführen. Die meisten negativen Folgen auf die Gesundheit entstehen durch zu langes Nutzen dieser Devices.

Das regulierende Eingreifen der Eltern ist also sehr wichtig. Nur so können die Vorteile der Tablets und Smartphones ausgeschöpft werden und negative Folgen auf die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen vermieden werden.

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